Die Geschichte der Kf.K.St.B.

Eine der ersten Aktien, damals
noch Katzenbergische
Dampfeisenbahngesellschaft

Aktie KDEBG 1889
“Die Anfänge der Eisenbahn im KurfĂĽrstentum Katzenberg waren privatem Engagement zu verdanken. Die 1839 gegrĂĽndete und ab da stetig expandierende Katzenbergische Dampfeisenbahngesellschaft (KDEBG) legte 1848 erstmals einen Haltepunkt in Rumpelsee an, da der kleine Flecken steten Zulauf durch hinzugezogene Arbeiterfamilien erhielt. Einziges Gebäude war ein einfacher hölzerner Unterstand.

Der wirtschaftlich erfolgreichen Zeit nach der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 und den darauf folgenden Jahre, in denen das ganze Reich von den Reparationszahlungen Frankreichs profitierte, brachte auch für das Kurfürstentum Katzenberg einen Aufschwung. Daher wurde die Haltestelle Rumpelsee 1872 der erhöhten Nachfrage der dortigen Unternehmen zum Bahnhof ausgebaut und erstmals die Region auch wirtschaftlich mit den Zentren verbunden.

Kaum war der Bahnhof Rumpelsee gebaut, folgte die Wirtschaftskrise (Gründerzeitkrise), die aber Anfang der 1890er Jahre überwunden war. Erhöhtes Frachtaufkommen und weitere technischen Anforderungen bedingten neue bahntechnische Einrichtungen, unter anderem auch einen zusätzlichen Weichenposten an der Ausfahrt zum Katzenberg in östlicher Richtung.

Stainz, Baujahr 1890

Stainz, Baujahr 1890
Achsfolge B n2t
Hersteller Kraus/Linz


Außerdem wurde in Rumpelsee dauerhaft eine Dampflok (Stainz) stationiert, die vorrangig Rangieraufgaben zu erledigen hatte, aber auch zur Verstärkung herangezogen wurde, da die Zugleistung der Dampfloks am Katzenberg nicht immer ausreichte.

Die Zeit bis 1907 brachte noch einmal erhebliche Veränderungen: Die bis dato private Katzenbergische Dampfeisenbahngesellschaft (KDEBG) wurde überführt in die Kurfürstlich Katzenbergische Staatsbahn (Kf.K.St.B.) im Zuge der Verstaatlichtungswelle im ganzen Kaiserreich.
Die Stainz versah weiterhin ihren Dienst und bekam UnterstĂĽtzung durch eine gebraucht und daher gĂĽnstig angekaufte U, die im Vorspann half, die mittlerweile schweren GĂĽterzĂĽge ĂĽber den Katzenberg zu ziehen. Folglich wurde das Betriebswerk mit einen weiteren Lokschuppen und einer Werkstatt aufgewertet.

U, Baujahr 1898
Achsfolge C1 n2t
Hersteller Kraus/Linz

U, Baujahr 1898
1932 gab es den letzten größeren Umbau. Die Zeit nach den Dampfloks kĂĽndigte sich in der Lokomotiventwicklung mit den ersten E-Loks an, schien aber noch in weiter Ferne. Die Kleinbahnen hatten ohnehin mit dem wirtschaftlichen Auslastung ihrer Strecken zu kämpfen. Damit war die UmrĂĽstung  auf Elektrobetrieb mit den entsprechenden Loks und der vollkommen neuen Infrastruktur  nicht zu leisten und blieb Utopie. Aber letztlich zeigte der Frachtverkehr nach der Weltwirtschaftskrise wieder eine gewisse Erholung.
Die Werkstatt wurde mit einen BrĂĽckenkran ausgestattet, um auch umfangreiche Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an allen Fahrzeugen durchfĂĽhren zu können. Weiterhin wurde an Stelle des Weichenposten eine kleine Bekohlungsanlage mit einfachen per Muskelkraft betriebenen Kran geschaffen, sowie zusätzlich je ein Versorgungs- und Abstellgleis. So musste die Kohle nicht mehr in Weidenkörben auf ein kleines Podest gehoben und von dort aus in den Tender geschĂĽttet werden, sondern gelangte nun mittels Kran in den Körben auf die Plattform. Von hier wurde das Brennmaterial allerdings immer noch in Handarbeit in den Kohlebunker der Lok gebracht. 
Markanteste Änderung an der östlichen Einfahrweiche war aber nun ein kleines Stellwerk, dass die Arbeit des alten Weichenposten und des kleinen Stellwerkraums am Empfangsgebäude übernahm..

Gleisplan Bf. Rumpelsee 1962Bewährte sich die Kf.K.St.B. noch in die Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg, drohte in den 50ern mit den Ausbau des Straßennetzes das Aus dieser traditionsreichen Eisenbahngesellschaft.
Rettung erfolgte durch die Fusion der regionalen Verkehrsbetriebe aus der die Katzenberger Regionalbetriebe (KRB) im Jahre 1959 hervorgingen. Notwendige und bis dato aufgeschobene Erneuerungen konnten nun angegangen werden: In 1962 wurde die Stainz abgelöst von einer Diesellok aus den Werkstätten der Lokomotivfabrik Schöma im norddeutschen Diepholz, was den Neubau einer Betankungsanlage notwendig machte. Die schweren Güterzüge wurden desweiteren von einer vierachsigen Diesellok (2095) übernommen, so dass auch die Dampflok der Baureihe U ihre Aufgaben verlor.

Der Boom der Wirtschaftswunderjahre flaute ab, aber es blieben ausreichend Aufgaben durch die sich weiterhin gut entwickelnde Industrie.

In den letzten Jahren kann die KRB auch am Eisenbahn-Tourismus partizipieren. So sind heute die Sonderfahrten auf historischer Strecke und zahlreiche jährliche Veranstaltungen ein kaum wegzudenkender Bestandteil des hiesigen Tourismusangebots. Damit gehört das Streckennetz der KRB für Ausflügler und Urlaubsgäste zu den beliebtesten der Region. IMG_2460a

Zwar sind die Dampfloks aus dem täglichen harten Arbeitsalltag gänzlich verschwunden, aber die Sonderzüge mit ihren Traditionswagen sind ohne sie nicht wirklich denkbar. Der Geruch von Öl, Kohle und heißem Dampf ist für viele Eisenbahnfans eben nicht einfach durch eine Dieselfahne oder das Surren einer Elektrolokomotive zu ersetzen.

Die alte U wurde an einen Dampflok-Verein als Dauerleihgabe gegeben und versieht nun Museumsfahrten auf ihrer alten Strecke, mitunter auch auf den Gleisen der KRB.
Die Stainz konnte vor der Verschrottung gerettet und zurückgeholt werden, fristet aber noch ein armseliges Dasein. Es bleibt die Hoffnung, durch einen Trägerverein das nötige Geld für eine Aufarbeitung beschaffen zu können.
Zwei weitere Dampfloks befinden sich in der Aufarbeitung und sollen später als noch aktive Museumsloks die ‘Gute alte Zeit’ der Dampfeisenbahn erlebbar machen.

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion der Katzenbergische Hofdepesche der Ausgaben 23/1989 bis 26/1989 entnommen. Bilder: Staatsarchiv Katzenberg

 

Hier AuszĂĽge aus einer kleinen Serie, die sich anlässlich des 150jährigen Bestehens der Kf.K.St.B. mit deren Geschichte befasste und im Jahre 1989 in der “Katzenbergischen Hofdepsche” erschien:

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