ÖBB 2095 - Teil 2
Umbau auf Funkfernsteuerung, Licht, Sound und Akku-Betrieb

Fahrregler:

K800_IMG_1819.Fahrregler_300Vorne links hat der schon im ersten Teil beschriebene Volksregler seinen Platz gefunden.

Das Fahrverhalten ist bestens. Der Regler vertrĂ€gt bis zu 14 V und 15 A Dauerstrom, in der Spitze bis zu 20 A. Der Vor-/RĂŒckwĂ€rtsregler hat einen Anlaufschutz, so dass der Motor beim Einschalten der Funkanlage nicht sofort zu drehen beginnt, auch wenn der SteuerknĂŒppel auf "Vollgas" steht.

Zu beziehen ist der Fahrregler, der auch gleich den EmpfÀnger mit Strom versorgt (BEC), hier modellbahn-regler.de
Der kleinere Fertigbaustein ist dort ebenfalls zu erhalten.

EmpfÀnger

K800_IMG_1812Der EmpfĂ€nger, System bedingt einer von Planet hier in der 7-Kanal-Version, wird von mir beschriftet mit Hinweisen auf Strom- und Datenpins, damit ich nicht immer in der Bedienungsanleitung nachsehen muss, die dann natĂŒrlich , nicht zur Hand ist, wenn man sie braucht. Die kryptischen Zeichen werden mit einem Klebefilm gegen Verwischen geschĂŒtzt.

Funktion der einzelnen Komponenten und erste EindrĂŒcke

Hier folgen nun die von mir gemachten Erfahrungen mit den einzelnen Modulen. Eine „Einkaufsliste“ bzw. genauere Verdrahtungsanleitungen gibt es im folgenden Kapitel.

Noch ein Blick unter die Lok:

K800_IMG_1824.Ladebuchsen_300Hier sieht man die Ladebuchsen und den Umschalter. WĂŒrde der Schalter weiter nach vorne und die Buchsen nicht hintereinander sondern parallel angebracht sein, hĂ€tte die Schaltpultnachbildung im Fahrstand nicht eingeschnitten werden mĂŒssen ...

Darum: Erst Messen, dann Bohren!

 

 

 

K800_IMG_1824.Umschalter_300

Zum Schluß ein Bild mit der Lage des Umschalters an der Unterseite. Der Schalter sollte so angebracht werden, dass er leicht zu erreichen ist, wenn die Lok komplett ab- oder auf Akku-Ladung umgeschaltet werden muss.

Erstes Fazit

Insgesamt ist die Lok um 1,2 kg schwerer als sie seitens des Werks auf die Waage brachte. Damit erklettert sie sogar Zahnradbahnstrecken.Sie fĂ€hrt mit 10 Zweiachsern gut 2 Stunden ohne anzuhalten (getestet!), wobei die Geschwindigkeit bei Vollgas (umgerechnet 60 km/h) auf zwei Drittel (auf ca. 40 km/h) abfĂ€llt, was aber ĂŒber die Zeit kaum auffĂ€llt. Im normalen Betrieb mit moderater Geschwindigkeit (ca. 40 km/h) und Zwischenstopps und Betriebspausen reicht eine Akkuladung fĂŒr einen ganzen Nachmittag. Schwere ZĂŒge fahren ohnehin nicht so schnell ...

K800_IMG_1837aDer Umbau ist nicht wirklich schwer und an drei oder vier Abenden gemĂŒtlich zu leisten, incl. Soundmoduleinrichtung. Allerdings sollte man sich vorher schon Gedanken ĂŒber die Installation machen und die Bauzeit fĂŒr den Fahrregler ist nicht enthalten.

Als Lautsprecher könnte besser ein Breitbandlautsprecher gewĂ€hlt werden, der außerdem mehr LautstĂ€rke bringt. Was dann allerdings an der Soundschaltung fehlt, ist eine LautstĂ€rkeregelung.

NatĂŒrlich sollen noch alle GerĂ€usche geĂ€ndert, möglichst gegen Originalaufnahmen ausgetauscht werden. Das wird aber noch einige Zeit dauern, so dass die 2095 mittelfristig weiterhin als LKW-Diesel durch die Lande fahren wird.

K800_IMG_1832Was fehlt, ist noch eine Ladeschaltung, die die Lok wĂ€hrend des Betriebs auflĂ€d. Der Akku wirkt dann wie ein ĂŒberdimensionaler Puffer, der aber auch autarkes Fahren zulĂ€sst. Mein Favorit ist dabei der Akku von Yuasa NP3.2-12, der bei Starkladung zwar auch nur mit 0,8 A bei 14,5 V geladen werden kann, fĂŒr den es dafĂŒr aber bei Schwebeladung (Laden beim Fahren) bei 13,7 V laut Datenblatt keine Strombegrenzung gibt. Das passt gut zu einem Laderegler-IC (z.B. von Conrad), das den Strom auf 1,5 A begrenzt und die Spannung auf 13,7 V. Als externe Bauteile sind lediglich zwei kleine Kondensatoren anzulöten und ggf. einige Dioden zur Stromflusssteuerung in den Stromlaufplan einzufĂŒgen.

Als praktischer erwiesen haben sich Li-Ionen-Akkus, wie ich sie beim Umbau der 99 5001 beschrieben habe. Bei Gelegenheit wird die ÖBB 2095 auf Li-Akkus umgerĂŒstet.

Weitere Lok-Umbauten auf RC-Steuerung werden folgen.

Blei-Akku

Der letztlich verbaute Akku liefert bei 12 V bis zu 3,2 Ah. Einen Entladestrom von 0,9 A soll er ĂŒber drei Stunden abgeben können, 1,2 A wenigstens ĂŒber 2 Stunden. Das reicht im allgemeinen fĂŒr einen Fahrtag mit Betriebspausen.
Das hat sich auf einem Fahrtag auch gestĂ€tigt: Die Lok schaffte ohne AnhĂ€nger im steten Auf und Ab eines hĂŒgeligen GelĂ€ndes bis zu 3 Stunden Fahrzeit mit mittlerer Geschwindigkeit, wobei der Sound die meiste Zeit eingeschaltet war.

K800_IMG_1819.AkkuDer hier verbaute Akku wird unter Conrads Eigenmarke verkauft. Er kann nur mit 0,96 A maximal geladen werden, so dass es einige Stunden dauert, bis er wieder voll ist.
Ein vergleichbarer Akku von Panasonic vertrĂ€gt hingegen 1,36 A Ladestrom, was die Ladezeit verkĂŒrzt.

Interessant ist aber, dass der Conrad-Akku schwebend (d.h. stĂ€ndig) nachgeladen werden kann, ebenfalls mit 0,96 A maximal. Das bietet spĂ€ter die Möglichkeit, eine Schaltung nachzurĂŒsten, mit der der Akku wĂ€hrend der Fahrt ĂŒber die Schienen aufgeladen werden kann.

Einen Bleiakku habe ich gewĂ€hlt, da er keine spezielle Ladeschaltung benötigt, außer einer Spannungsbegrenzung (je nach Lademethode "dauernd" oder "stark" mit unterschiedlichen Höchstspannungen) und eine Strombegrenzung (hier maximal 0,9 A). Geringere Ströme schaden dem Akku nicht, verlĂ€ngern nur die Ladezeit. Eine Anpassung des Ladestroms ist mit voranschreitender Ladung nicht notwendig, da dies automatisch bei Blei-Akkus passiert.

K800_IMG_1822.EmpfĂ€nger_300Meine Sandwich-Methode fĂŒr die Befestigung: Etwas Schaumstoff mit Doppelklebeband oben und unten. Der Kleber kann sich so an den Untergrund anpassen und hat eine grĂ¶ĂŸere KlebeflĂ€che. Außerdem werden durch den Schaumstoff ErschĂŒtterungen abgefangen.

Schaltregler

K800_IMG_1822.Schaltregler_300Der Schaltregler ist leicht ĂŒber eBay zu erhalten, gĂŒnstig im 10er-Pack (ca. 10 - 13 EUR je 10 StĂŒck, incl. Versand aus dem Ausland). Bei einem Sendungswert bis 20 EUR fallen keine ZollgebĂŒhren an (Angaben Stand 07.2013, ohne GewĂ€hr) Die Regler liefern etwa 10 Watt, maximal aber 1 A, also bei 12 V Ausgangsspannung 0,8 A, bei 5 V dennoch nur 1 A. Sie sollen zwar gegen Kurzschluß geschĂŒtzt sein,  aber man sollte diese Grenzen trotzdem beachten.
Aber gĂŒnstiger kommt man wohl kaum an diese Schaltregler, denn weit kleinere aber dennoch robustere Schaltregler kosten bei Conrad etwa 11 EUR das StĂŒck, das nur als Vergleich.

Vierfachschalter

K800_IMG_1819.Mehrfachschalter_300Der Vierfachschalter ist auf Ein/Aus eingestellt, d.h., mit dem ersten KnĂŒppeltippen wird er eingeschaltet, mit einem weiteren wieder aus.
Es wird nur ein Fernsteuerkanal belegt, aber es können hier bis zu vier Funktionen geschaltet werden. Der Graupner-Schalter vertrÀgt bis zu 4 A je Schaltkanal bei 21 V, die sich verschiedentlich einstellen lassen: Moment- oder Dauerschalter bzw. Blinken.

Soundmodul:

Es ist von Neuhaus Electronic zu beziehen ĂŒber Conrad. FĂŒr knapp 80 EUR wird ein Programm mitgeliefert, mit dem eigene Sounds geladen und miteinander verknĂŒpft werden können, so dass z.B. fĂŒr einen Dieselmotor zusĂ€tzliche GerĂ€usche automatisch abgerufen werden, je nach Fahrsituation. Betriebsspannung 9 - 12 V, mit zwei SoundkanĂ€len sind zwei GerĂ€usche gleichzeitig abspielbar, bis zu 64 Sounds mit einer GesamtlĂ€nge von 6,5 min, wovon 16 Sounds oder Soundketten direkt ĂŒber einen Kanal abgerufen werden können. Außerdem gibt es noch 8 SchaltausgĂ€nge, die mit GerĂ€usche verknĂŒpfbar sind. Allerdings sind fĂŒr die AusgĂ€nge noch SchaltverstĂ€rker notwendig.
K800_IMG_1822.Soundmodul_300Das Modul kann mit anderer ebenfalls beiliegender Software auch fĂŒr analogen Betrieb umprogrammiert werden.
Ich hatte das Modul schon vorher probehalber fĂŒr eine analoge Dampflok programmiert. Dabei konnten 8 Sounds direkt oder in Kombination bis zu 64 abgerufen werden, siehe hierzu im Video-Archiv, Soundmodul fĂŒr eine Dampflok bzw. im Baubericht.

Die Programmierung eines Dieselmotors erscheint mir im ersten Augenblick recht kompliziert. So greife ich auf die vorhandene Beispieldatei eines Diesel-LKW zurĂŒck, bei der ich dann aber noch den RĂŒckwĂ€rtsfahrpiepser löschen muss.

Nach dem Starten des ersten Sound der Kette (hier Motorstarten) werden alle weiteren Sounds fĂŒr das Fahrverhalten automatisch abgespielt.

Eine Alternative mit 4 gleichzeitig abspielbaren Sounds, Zufallsgenerator, zusĂ€tzlichen SchalteingĂ€ngen und LautstĂ€rkeregelung ist das Modul von Beier, das sicherlich besser ausgerĂŒstet ist, aber incl. Software 129 EUR kostet. Weitere Module bietet Benedini Sound ab 99 bis 215 EUR, je nach Ausstattung. Das Neuhaus-Soundmodul bewegt sich also trotz der 80 EUR im unteren Preissegment ...

Lautsprecher

K800_IMG_1820.Lautsprecher_300Er stammt aus einem PC, hat nur 0,25 W Leistung, gibt aber eine ausreichende LautstĂ€rke auch auf großen Anlagen ab.
Die Soundendstufe schafft mit 1,4 W, gut das FĂŒnffache. Ein Breitbandlautsprecher wĂ€re aber fĂŒr Klang und Leistung besser.

Umschalter:

K800_IMG_1820.Umschalter_300Es ist ein 2 x Um mit Mittelstellung (Ein/Aus/Ein). So kann der Akku zum Laden auf die Buchsen geschaltet werden oder fĂŒr’s Fahren zu den RC-Komponenten. Die Mittelstellung schaltet den Akku komplett ab. Es sollten mindestens 3 A schaltbar sein.

Ladebuchsen:

K800_IMG_1820.Ladebuchsen_300Hier sind sogenannte “Telefonbuchsen” verbaut. Sie passen fĂŒr 4-mm-Stecker verschiedener Art, z.B. Bananen- und BĂŒschelstecker.

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