Grubenholz
einmal eine realistische Ladung

Hier die typische Verwertung von Gartenabfällen, für den ungeübten Modelladungsbauer:

  • Zweige kleinschneiden,
  • als Grubenholz aufrecht in den Wagen zwängen,
  • fertig ist die natürlich nicht ”fachgerechte” Holzladung.

Nun, ... so soll es dann doch nicht sein ...

Vorab also einige theoretische Überlegungen, wie Holz vorschriftsmäßig transportiert werden kann/sollte/darf., um es der Realität näher zu bringen:

Dabei ist die Ladungshöhe und vor allem das Gesamtgewicht zu beachten.

Vorüberlegungen:

Ich wollte mich grob nach den Ladevorschriften der Epoche 2 richten (siehe bei Epoche II - hier klicken bzw. Seiten von Peter Noske - hier klicken) ohne den Wagen zu überladen. Die anfangs  ins Auge gefasste Buchenladung musste ich aufgeben, sie wurde zu Kieferholzladung umdeklariert, wieso folgt weiter unten.

Weitere Beladetipps gibt’s auch auf den Seiten von Thomas Hey’l, eine Standardseite mit einer Fülle von Informationen zum Eisenbahnmodellbau: hier klicken.

Nachbau

 

Material:

Holzschnitt, Styropor, Pappe, Dachpappe

Werkzeug:

Rosenschere, Holzstück, Nägel, Hammer, Zentimetermaß, Säge, Heißkleber, Messer

Die Holzzweige waren schnell zurechtgeschnitten, lagen sie doch schon grob gekürzt vor. Fehlte nur noch die einheitliche Länge von 7 cm.

 

Dazu habe ich mir eine provisorische Sägelehre genagelt, drei Nägel als Anschläge für das Holz, zwei für die Säge. Letztere habe ich nur benutzt, um die richtige Holzlänge zu markieren. Das Kürzen ging mit der Rosenschere doch viel schneller und einfacher.

... die nächste Schicht ...
 

Einmal als Stabilisierung, dann aber auch als "Heißkleberträger" liegen zwischen den Styroporplatten Pappstreifen.

Grubenholz1
Grubenholz4
Grubenholz5
Holzladung1
Holzladung2
Holzladung3
Holzladung4
Holzladung5
Holzladung6
Holzladung7
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Holzladung9
Holzladung10
Holzladung11
Holzladung12
Holzladung13
Holzladung14

... viel Spaß beim Nachbau!

Vorschriften und deren Umsetzung im Modell

Nach § 17 der vorgenannten Vorschrift darf das Holz nicht höher als die zweifache Seitenbordhöhe gestapelt sein, maximal 2 m. Innen sollen die Stämme längs zur Fahrrichtung liegen, im Bereich der Türen quer dazu. Die aufrecht stehenden Stämme müssen mindestens 10 cm im Durchmesser haben und dürfen maximal 2,50 m hoch sein. Die stehenden Stämme müssen die liegenden um mindestens 10 cm überragen.

Zu den Modell-Maßen:

Die Bordwand des Wagens ist etwas über 5 cm (1,125 m in der Natur) hoch, erlaubt sind also "Stämme" bis 10 cm (2,25 m). Die Außenstämme sind 0,8 cm dick (0,18 m), max. 9,5 cm hoch (2,13 m). Die Innenladung ist max. 8,5 cm (1,91 m) hoch gestapelt.
Soweit so gut.

Kann der Wagen die Ladung überhaupt tragen?

Der Hochbordwagen Ow von LGB hat laut Aufschrift eine max. Tragfähigkeit von 10.500 kg für die Ladung. Um die Masse zu errechnen, muss erst das Volumen bestimmt werden:
Mein grober "Holzklotz" hat als Quader einen Rauminhalt von max. 9,5 x 10 x 25 cm = 2.375 cm³ (27,06 m³) zzgl. der "Überlänge" der äußern Stämme 0,5 x 1,0 x 68 cm = 34 cm³ (0,38 m³).
Das macht einen überschlägigen Rauminhalt von rund 27,5 m³ in der Natur. Tatsächlich sind innen 7 Lagen zu je 23 Stämme (161 gesamt) mit durchschnittlich 1,1 cm Durchmesser und 7 cm Länge. Aussen sind 51 Stämme mit durchschnittlich 1,3 cm Durchmesser und max. 9,5 cm Länge.

Genauer gerechnet sind es 19,5 m³ Rauminhalt, denn die Stämme sind ja rund.

Doch was wiegt Holz? Fichtenholz hat eine Dichte von 470 kg je m³, Kiefer 520 kg/m³, bis hin zur Buche mit 690 kg/m³. Es sind also 19,5 m³ Volumen mit bis zu 10.500 kg Masse, macht maximal 538 kg/m³. Da passen Fichte und Kiefer. Ich entscheide mich für letzteres.

Mein Wagen ist also als Modell mit Kiefernholz beladen, auch wenn es in Wirklichkeit Fliederbaumzweige sind ...

... Endspurt!

K800_IMG_9349

Nachtrag

 

Nach fast 1 1/2 Jahren Einsatz im Freiland, einigen Regengüssen und Sonneneinstrahlung ist das Holz besonders an den Schnittflächen erheblich nachgedunkelt.

Es empfiehlt sich daher, das Holz für den Dauereinsatz im Freien zu lackieren. Auch sollte dann die einfache Pappe gegen festere Dachpappe ausgetauscht werden, da sie widerstandsfähiger gegen Nässe ist.

Dann habe ich für die seitlichen Träger Pappe zurechtgeschnitten. Eine Höhe von 4 cm reicht. In den Ecken unten sind noch Aussparungen vorzunehmen, denn dort sitzen Verdickungen am Wagenboden, in denen von unten die Schraubungen des Fahrgestells eingedreht sind.

Eine passende Styroporplatte wird mit Heißkleber am Pappstreifen fixiert. Achtung! Der heiße Kleber lässt das Styropor sofort schmelzen. Daher den Kleber nur auf die Pappe geben!
Die Hölzer werden mit Heißkleber an der Pappe und dem Styropor fixiert. An den Türen muss noch ein Abstand zu den Scharnieren eingehalten werden.

An den Türen wird die Platte um den Durchmesser der Stämme herausgeschnitten, um dann lange Hölzer einzukleben.

Dann folgt noch eine Styroporschicht..

Es folgt Dachpappe als Klebträger für die Hölzer, aber auch, um das Weiß der Füllung zu verbergen.

Zuletzt kommt eine Schicht ganz dünner Zweige, da sie als Blickschutz dienen und damit die Holzschicht nicht zu dick werden lässt.

 

Die letzte Holzschicht folgt.

So sieht der Ladungseinsatz von der Seite ...

... und von unten aus.

So ist die Attrappe im Wagen eingesetzt.

Das Gewicht der Modellladung beträgt in diesem Falle 700 g, was für normale Wagen zu schwer ist, wenn sie zu mehreren im Zug mitfahren.

In diesem Fall ist es aber gerade richtig, da der Wagen mit den “Reinigungskufen” von LGB ausgerüstet ist (LGB Nr. 50050) und daher etwas mehr Gewicht brauchen kann.

 

 

Um den Einsatz leichter zu machen, könnte die Ladung aber insgesamt gekürzt werden, z.B. auf eine Gesamthöhe von max. 7 cm. Dadurch könnten die äußeren Hölzchen auf 4 cm gekappt werden.

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