ÖBB 2095 - Teil 1
Umbau auf Funkfernsteuerung, Licht, Sound und Akku-Betrieb

Die Kanalbelegung soll so bei mir Standard werden, damit ich mich nicht bei jeder Lok umgewöhnen muss.

Kanalbelegung.300Daher steuer ich auch nur eine Lok zur Zeit, damit ausreichend Kanäle vorhanden sind und  weil ich auch nicht mehrere Loks gleichzeitig im Blick haben will. In der Regel ist jeder Gartenbahner mit einem Zug schon ausreichend beschäftigt.
Soll eine andere Lok fahren, kann man die nicht benötigte über einen Schalter "lahm legen".

Güterzüge schleppen, Reinigungswagen ziehen und Schneeberge räumen sind die schweren Aufgaben dieser LGB-Lok, die noch in den 70ern in Nürnberg produziert wurde. Wenn nichts mehr fahren will, dann dreht sie immer noch ihre Runden dank Zusatzgewichte und Stromaufnahme über 6 Punkte je Seite (sie hat werksseitig keine Haftreifen!).
Im Laufe der Jahrzehnte hat sie äußerlich etwas gelitten, so dass sie zwar als Sammlerobjekt nicht mehr in Frage kommt, aber als Versuchtsträger..Also soll sie eine Arbeitserleichterung erhalten: eine Funkfernsteuerung mit Akku!

Erste Erfahrungen hatte ich mit der Dampflok 99 6001 aus China gesammelt. Daher ist auch schon eine Funksteuerung (Planet T5, 4 Proportionalkanäle, 1 Schaltkanal) vorhanden.

Es fehlen noch

  • Empfänger, dieses Mal mit 7 Kanälen
    (war zufällig beim Modellbauhändler da)
  • Fahrregler, der "Volksregler 2" als Bausatz
  • Akku, Blei 12 V mit 3.2 Ah, Conrad-Eigenmarke
  • Schaltregler, Billigware aus Fernost
  • Vierfachschalter, Graupner Schaltmodul Multi Funktion SXM 3971
  • Digitales Soundmodul, Neuhaus Electronic über Conrad zu beziehen

Demontage der Lok

Wie oben erwähnt, ist die 2095.11 noch aus der Mitte der 70er Jahre. Die Getriebe sind in Halbschalengehäuse untergebracht. Jeder Getriebeblock hat nur 2 Stromanschlüsse nach außen geführt.. K800_IMG_1758
Das bedeutet, der Strom wird über Schleifer und Räder aufgenommen und direkt an die Motoren weitergeleitet. Die Anschlusskabel führen zur Weiterleitung des Stroms an die Beleuchtung und zum jeweils anderen Motor.

Das macht unserer Arbeit besonders leicht, denn in diesem Fall müssen nur die Schleifer und Stromabnehmerkohlen an den Rädern entfernt werden. Die Stromkabel dienen später in „umgekehrter Richtung“ als Anschlusskabel der Motoren an den Fahrregler im Inneren der Lok.

Ballast

K800_IMG_1762Der werksseitig montierte Ballast hat eine Masse von ca. 1,2 kg. Bisher sind weitere 600 g montiert, um das Zug- und Fahrverhalten zu verbessern. Diese Zusatzmasse hat dem Fahrwerk über die Zeit von drei Jahren und vielen Runden auf der Anlage scheinbar nicht geschadet, wie sich bei der Demontage zeigen sollte. Im Bild sind die Zusatzstücke nicht vorhanden. Wie sie aus Felgengewichte und mittels Teelichtschalen hergestellt werden können, habe ich hier beschrieben: Link

Lautsprecher und Abluftgitter

Als Lautsprecher habe ich einen PC-Lautsprecher aus der Bastelkiste zur Hand, der mit 0,25 W eine nur geringe Leistung hat. Das ist zu wenig, um komplett im Inneren des Lokgehäuses zu verschwinden. Es muss also eine Schallaustrittsöffnung her.
K800_IMG_1806An der Unterseite der Lok passt er nicht (speziell im Dieseltank, was eine gute Stelle wäre). So findet der Lautsprecher unter dem Abluftgitter seinen Platz. Genau müsste es heißen Abluftventilator für die Motorkühlung. Hierzu muss das Gitter aufgebohrt werden. Das geht schnell und leicht.

Allerdings ist der erst gewählte Bohrer zwar so groß wie die Maschen des Gitters es erlauben, die Löcher werden aber zu ungenau, so dass das Bohren ein hässliches "Muster" ergibt. Ein etwas kleinerer Bohrer erfüllt  den Zweck dann weit besser und schneller.

Merke: Probiert man etwas aus, dann bitte nur an den Stellen, die nicht sofort ins Auge springen!

K800_IMG_1764Die Getriebe sind mit ihren Stromkabel in der Lok an den Leiterbahnen an den Führerstandsenden angelötet und daher zum weiteren Zerlegen der Getriebe abzulöten.
Die Getriebe selbst sind mit jeweils einer Schraube am Lokboden fixiert.

K800_IMG_1765Eine geordnete Ablage der Schrauben hilft später beim Zusammenbau, die Zusatzgewichte und Getriebeblöcke sind schon demontiert.

K800_IMG_1759Nun aber erst einmal zum Öffnen der Lok und der weiteren Betrachtung:
Das Gehäuse ist mir vier Schrauben befestigt. Die Leiterbahnen in der Lok sind fest montiert.

Getriebe zerlegen

K800_IMG_1770Wie oben beschrieben, müssen alle Stromabnehmer demontiert werden, die den Strom von den Gleisen in die Lok leiten. Das sind zum einen die direkt sichtbaren Schleifkontakte, die nur mit jeweils einer Schraube befestigt sind, zum anderen die Schleifkohlen hinter den Antriebsrädern. Der Schleifer hat eine hier nicht sichtbare Feder an seinem Ende, die nur gesteckt ist und vorsichtig entfernt werden muss, damit sie nicht wegspringt.

K800_IMG_1778Eine Besonderheit hat dieser alte Originalmotor noch: An den Wellenenden sind als Widerlager kleine Metallkugeln eingelegt. Ohne diese Kugeln laufen diese alten Motoren nicht rund und können Schaden nehmen. Moderne Ersatzmotoren kommen aber ohne diese Kugeln aus und werden daher ohne ausgeliefert.

Zwar befindet sich am Motor eine kleine Nase, die seine korrekte Lage bei der Montage sicherstellt. Aber einfacher ist es, den Motor zu beschriften. Wer will, kann hier noch den "Revisionsmonat" aufschreiben als Gedächtnisstütze bei späteren Demontagen. Es lohnt sich gegebenenfalls derlei Daten in eine Datenbank für jede Lok aufzunehmen, vielleicht auch notwendige Reparaturarbeiten, die später noch ausgeführt werden sollen.

Stromverteilung

K800_IMG_1802Dann habe ich noch eine Platine zur Stromverteilung eingesetzt, da doch einige Module vom Akkustrom versorgt werden müssen.

Nun werden die Schalter und Buchsen verkabelt. Die vorhandenen Leiterbahnen der Lok können von mir weiter genutzt werden, da die Lampen und die originalen Umschaltdioden für das Spitzenlicht (rotes eckiges Gehäuse) entfernt, wenigstens aber abgelötet werden müssen. Die Lampen werden zukünftig vom Vierfachschalter betätigt.

Vierfachschalter

K800_IMG_1800Der Vierfachschalter ist sehr klein und kann je Schaltausgang unterschiedlich eingestellt werden (Blinken aus zwei Frequenzen wählbar, Schaltfunktion als Dauer oder Moment, Schaltleistung 4 A je Ausgang).

Blei-Akku

Auf den Bildern ist noch der ursprünglich vorgesehene Akku zu sehen. Mit 12 V und 7 Ah ist er für ca. 5 Stunden ununterbrochene Fahrzeit vorgesehen. Der Einbau ist aber nur liegend möglich. Da diese Akkus oben leichter sind als unten, ergibt sich eine seitliche Gewichtsverschiebung in der Lok, die dann bei Testfahrten zu Entgleisungen geführt hat. Auch sind die Stromkontakte zu nahe an den Fenstern, so dass diese zerkratzen.
So entschließe ich mich, einen kleineren 3,2 Ah-Akku zu verwenden, der gut 2 Std. reine Fahrzeit mit 9 Zweiachsern bzw. 3 Stunden Leerfahrt erlaubt. Das ist vollkommen ausreichend für einen Tag, wie ich zwischenzeitlich während eines Fahrtags ausprobieren konnte.

K800_IMG_1799Fehlt eine dritte Hand, kann mitunter auch der Lokführer helfen.

Fahrregler

Der Bausatz ist mit etwas Ãœbung gut zusammen zu K800_IMG_1795bauen. Anfänger sollten sich extra Zeit nehmen und sich genau an die wirklich gute Bedienungsanleitung halten. Der Fahrregler sollte vor Einbau an den Motoren getestet werden. 
Das Regelverhalten des "Volksreglers" ist sehr fein. Der Motor macht keinerlei Geräusche und läuft butterweich. Umständlich und nicht unbedingt auf Anhieb erfolgreich ist bei mir das - einmalige - Abgleichen des Reglers auf die Fernsteueranlage..

Wer weniger Platz hat und einen automatischen Abgleich wünscht, kann für wenige Euro mehr einen fertigen Regler erstehen, der dafür aber weit kleiner ist.

Einbau der Komponenten

Ladebuchse und Umschalter

K800_IMG_1782Um das Eindringen von Schmutz durch die Kohlehalterungen zu vermeiden, können diese von ihnen mit festem Klebeband geschlossen werden.
Beim Einlegen der Achsen ist auf deren Stellung zu achten, damit später die Kuppelstangen gerade sitzen. Ggf. ist eine Achse Zahn für Zahn so zu verdrehen, dass die Kuppelstange waagerecht und mit ausreichend Spiel montiert werden kann.

Reinigung des Getriebes

K800_IMG_1779Die Zahnräder und Schnecken habe ich mit WD-40 eingesprüht und dann mit Lappen und Pinsel vom alten Fett und Dreck befreit. Petroleum (kein Lampenöl!) eignet sich ebenso. Auch das Getriebegehäuse muss gereinigt werden. Schnecken und Zahnräder erhalten dann gerade so viel Fett, damit die Zähne leicht geschmiert sind. Zu viel Fett würde sich nur im Gehäuse sammeln und weiteren Dreck “anziehen”

K800_IMG_1772Alle demontierten Teile können nun als Ersatzteile für andere Lok dienen.

Dann müssen die Kuppelstangen mit den Gegengewichten entfernt werden. Das Abschrauben der Gewichte mitsamt der Kuppelstangen ist ausreichend.

K800_IMG_1775Die beiden Gehäuseteile sind mit vier Schrauben verbunden.

Für den grundsätzlichen Umbau muss das Getriebe nicht weiter demontiert werden. Da aber schon einmal der Antrieb auf dem Tisch liegt, ist es eine Gelegenheit, ihn zu säubern und neu zu fetten.

K800_IMG_1793Man suche sich jetzt einen Platz für die Ladebuchsen und den Umschalter. Ich habe den zweiten Fahrstand gewählt, damit der Lokführer an seinem Platz bleiben kann. Werden die Teile mit mehr Bedacht eingebaut (es müssen hier ledig drei 6-mm-Löcher gebohrt werden), kann das Fahrpult an seinem Platz bleiben.

In meinem Fall habe ich das nicht berücksichtigt und schnell darauflos gebohrt, so dass der Fahrstand nicht mehr an seine Stelle passt und eingeschnitten werden muss ...

K800_IMG_1773Unter den Rädern liegen die Stromabnehmerkohlen. Sie sind in einer Öffnung des Gehäuses mit einer starken Feder gelagert. Beim Abnehmen der Räder ist daher Vorsicht angebracht, damit die Teile nicht durch die Luft fliegen. Auch sie dienen später bei anderen Loks als Ersatzteile.

K800_IMG_1785Damit ist der Punkt der Wartung abgeschlossen.

Grundsätzlich ist es ratsam, beim Zerlegen einer Lok und ausgebauten Antrieb auch gleich einen Blick in das Getriebe zu werfen.

K800_IMG_1807Der rote aufgebohrte Kunststoff kommt durch und erhält eine Schnellbehandlung mit Schuhcreme (Bundeswehr einfach). Das Polieren entfällt, damit das Gitter schön matt bleibt. Wer es dauerhaft haben möchte, greift natürlich zum Mattlack.

K800_IMG_1813Die Halterungen entstehen aus Lochband, dass mit den gebogenen "Füßchen" versehen eine recht stabile und schnelle Konstruktion ergibt.

Damit es zu keinen ungewollten Kurzschlüssen kommt, habe ich die Leiterbahnen mit festem Klebeband isoliert.

K800_IMG_1816Die Stecker für das Stromkabel des Akkus kommen aus der Bastelkiste. Allerdings haben sie keine Isolierung, die aber mit jeweils zwei Schrumpfschlauchstückchen schnell herzustellen ist.

K800_IMG_1809
K800_IMG_1811
RC_SchaltplanOBB2095a

Stromlaufskizze und Kanalbelegung

Ich denke, die Stromlaufskizze erklärt sich von selbst:

Leer
Kurve-rechts
Linie-Horizontal

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